Die neun größten Diätlügen und Irrtümer

Diätlügen und Irrtümer

 

Rund um Diäten und Ernährungsumstellungen kursieren viele vermeintliche Weisheiten und Tricks. Dabei verliert man schnell den Überblick, was sinnvoll und gesund und was bloß eine Diätlüge ist. Da es zu mühsam ist, alle Tipps zum Thema Abnehmen und Gewichtsverlust auszuprobieren – was nebenbei auch zu Frust und einem Motivationsverlust führt – befinden sich in der folgenden Aufreihung die neun größten Irrtümer und Diätlügen, die es bei der täglichen Ernährung zu vermeiden gilt.

1: Light-Produkte verhelfen zu einer schlanken Linie

Light-Produkte suggerieren, dass sie weniger Kalorien aufweisen als herkömmliche Produkte. Dabei sind sie häufig bloß fettärmer – dafür wird ihnen Zucker oder ein anderer Stoff zur Geschmacksverbesserung zugesetzt. Hinzu kommt, dass Light-Produkte oft Süßstoffe enthalten. Diese sind nicht bloß ungesund, sondern bewirken zudem eine Insulinausschüttung, obwohl kein Zucker vorliegt. Das Insulin schwimmt also frei im Körper, ohne dass Glukose vorhanden wäre, die durch dieses gesenkt werden müsste. Das führt zu Hunger und damit verbunden zu einer vermehrten Kalorienaufnahme. Wer gesund und ohne Hunger abnehmen möchte, sollte Light-Produkte gleich im Regal liegenlassen. Eine naturbelassene Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln sowie selbst zubereitete Mahlzeiten ohne schädliche Zusatzstoffe sind hier die bessere Wahl.

2: Kohlenhydrate sind bei einer Diät tabu

Low-Carb liegt im Trend. Viele Menschen glauben, wenn sie nur die Kohlenhydrate aus ihrem Speiseplan verbannen, werden sie schnell und dauerhaft Gewicht verlieren. Abgesehen davon, dass eine kohlenhydratfreie Diät auf Dauer zu Frustrationen führt, ist sie auch nicht gesund: Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den Organismus. Statt komplett auf sie zu verzichten, sollte man daher besser auf komplexe Kohlenhydrate setzen, die zur Energiegewinnung optimal sind und ausgezeichnet sättigen. Dazu gehören neben Vollkornprodukten auch viel Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte.

3: Fasten hilft, schnell und dauerhaft abzunehmen

Schnell abnehmen durch Fasten? Das kann funktionieren. Dabei werden jedoch vermehrt Wassereinlagerungen statt Fett verloren. Zudem sinkt der Energiebedarf während dem Heilfasten um bis zu 40 Prozent. Wer anschließend wieder normal isst, wird Opfer des Jojo-Effekts, da der individuelle Energieverbrauch für einen längeren Zeitraum sinkt – nicht zuletzt auch, weil beim Fasten durch Proteinmangel eine Menge Muskelmasse verlorengeht. Statt zu fasten sollten Abnehmwillige regelmäßige und gesunde Mahlzeiten einplanen und stets darauf achten, dass ihr persönlicher Energiebedarf gedeckt wird – dies verhindert das Eintreten des ungeliebten Jojo-Effekts.

4:Wer abends isst, wird dick

Entscheidend für die Gewichtsreduktion ist nicht, wann gegessen wird, sondern was. Wer dauerhaft mehr Energie verbrennt als er aufnimmt, verliert automatisch an Gewicht – und das ganz unabhängig von der Uhrzeit. Einen Überblick über die Gesamtkalorienzahl kann das Führen eines Ernährungstagebuchs liefern. Hier werden alle Mahlzeiten und deren Kalorienwerte eingetragen. Wer seinen Energiebedarf kennt, stellt so schnell fest, ob er zu viel oder zu wenig isst. Ein positiver Nebeneffekt: Ein solches Tagebuch verhindert, dass man Dinge, die man ohne Nachzudenken zu sich nimmt, bis zum Abend wieder vergisst.

5: Fett ist immer schlecht

Wer abnehmen will, muss Fett um jeden Preis vermeiden? Das stimmt so nicht, denn es wird unterschieden zwischen gesunden und ungesunden Fetten. Gesunde, ungesättigte Fettsäuren sind wichtig für viele Funktionen des Körpers und sollten unbedingt in die Nahrung eingebaut werden. Andernfalls kann es zu Gesundheitsschäden kommen. Nüsse, Avocado und Seefisch sind Beispiele für fettreiche Lebensmittel, die gesund sind und die Abnahme unterstützen können. Nicht zuletzt sättigen solche Fette auch sehr gut und helfen so, dem Hunger vorzubeugen.

6: Eine reine Eiweißdiät bringt den gewünschten Diäterfolg

Wer einzig und allein auf den Konsum von Eiweiß in Form von Proteinshakes, Fisch, Fleisch, Eiern und Milchprodukten setzt, um dabei Gewicht zu verlieren, riskiert gesundheitliche Schäden.

Beim Abbau von Proteinen entstehen schädliche Verbindungen, die von der Niere entgiftet werden müssen und diese so belasten können – und dann steht die Gewichtsabnahme längst nicht mehr im Vordergrund. Wer auf Proteine, beispielsweise zur Sättigung, setzen möchte, kann einzelne Mahlzeiten durch proteinreiche Lebensmittel oder einen Shake ersetzen. Grundsätzlich sollte der Ernährungsplan jedoch abwechslungsreich und ausgewogen sein und auch Kohlenhydrate und Fette beinhalten.

7: Wer Sport macht, nimmt auch ab, wenn er viel isst

In ihrer Euphorie überschätzen viele Menschen den Energieverbrauch beim Sport maßgeblich.

Wer nach dem Training umso mehr isst, weil er denkt, er habe es verdient, wird auf Dauer keinen Erfolg feststellen. Für die Abnahme und den Muskelaufbau ist es besser, nach dem Sport zu einer gesunden Mahlzeit zu greifen, die viele Proteine und Kohlenhydrate enthält. Auf übermäßige Kalorienbomben sollte man trotz Bewegung besser verzichten, da sonst kein Energiedefizit stattfindet.

8: Zitronensaft löst Fettpolster auf

Zitronensaft löst vielleicht beim Putzen Fett, doch auf den Körper kann man deswegen nicht gleich schließen. Bereits im Magen und Darm wird die Zitronensäure so verdaut, dass sie gar nicht dort ankommt, wo sie Fett verbrennen soll. Wer eine reine Zitronensaft-Diät macht, wird früher oder später einen Nährstoffmangel erleiden. Besser ist es, sich von gesunden Lebensmitteln zu ernähren und den Fettstoffwechsel mit regelmäßiger Bewegung anzukurbeln.

9: Ananas ist der Fatburner schlechthin

Ananas sind gesund, keine Frage. Doch können die exotischen Früchte auch dafür sorgen, dass mehr Fett verbrannt wird und man schneller an Gewicht verliert? Die Antwort lautet ganz klar: nein! Es handelt sich hierbei um eine Diätlüge. Ananas enthalten wertvolle Enzyme und können entzündungshemmend wirken. Insbesondere dem Enzym Bromelain wird nachgesagt, dass es die Verwertung von Fetten aus der Nahrung hemmt, sodass diese nicht eingelagert werden.

Tatsächlich wird dieses Enzym jedoch während dem Verdauungsvorgang bereits so umgesetzt, dass es gar nicht erst zu dieser Wirkung kommen kann – es wird schlichtweg inaktiviert. Ananas können die Ernährung um viele Vitamine und Nährstoffe bereichern und dürfen gerne regelmäßig auf dem Speiseplan stehen – ein Diät-Wundermittel sind sie jedoch nicht.